
Eigentlich wollte ich mich auf meiner Homepage nicht zu politischen Themen äußern. Nicht, weil mir Politik egal ist, sondern weil ich mir ungern anmaße, alles besser zu wissen. Außerdem wollte ich keine schlafenden Hunde wecken.
Damit ist es vorbei.
Der Angriff der USA auf Venezuela und die Gefangennahme von Nicolás Maduro sind kein „politisch komplexer Vorgang“, kein „schwieriger Fall“, kein diplomatisches Schachspiel. Es ist ein brutaler, eiskalter Akt der Macht – und eine glasklare Verletzung des internationalen Völkerrechts.
Punkt.
Ganz zufällig besitzt Venezuela die größten Erdölreserven der Welt. Ganz zufällig erklären US-Präsident und Ölkonzerne unmittelbar nach dem Angriff, man müsse nun Milliarden investieren, um die „schwer beschädigte“ Infrastruktur wieder aufzubauen.
Wie dumm hält man den Rest der Welt eigentlich? Für komplett verblödet? Für politisch sedierte Konsumenten von Pressemitteilungen?
Das ist kein Wiederaufbau. Das ist Raub mit Ansage. Bombardieren, destabilisieren, kassieren. Ein Geschäftsmodell, das älter ist als jede moralische Rechtfertigung – und genauso verrottet.
Und was macht unser Kanzler?
Er „braucht Zeit“. Die rechtliche Einordnung sei „komplex“.
Nein, ist sie nicht. Sie ist nur unbequem.
Während Bomben fallen, Menschen sterben und Staaten überfallen werden, versteckt man sich hinter Worthülsen, juristischen Nebelkerzen und politischer Feigheit. Das ist kein Abwägen, das ist Wegducken.
Mir macht das Angst. Große Angst.
Die USA, Russland und Israel bombardieren, wann immer es ihren Interessen dient. Völkerrecht gilt offenbar nur noch für die Schwachen. Und der Rest der Welt schaut zu, nickt betreten – oder schweigt.
Ich will dieses Schweigen nicht mehr mittragen.
Nicht aus Naivität.
Sondern aus Verachtung für eine Weltordnung, die Moral predigt und Macht exekutiert.

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