Monat: Januar 2026

  • Milde und der Weihnachtsbaum!

    Es beginnt wie eine gute Tat.
    Die Stuhrer Dorfjugend sammelt Weihnachtsbäume ein. Online anmelden, spenden, Baum an die Straße – zack, erledigt. Ehrenamt, Nachwuchs, Zukunft. Großartig.

    Ich also voller Tatendrang: Baum vom Schnee befreien, aus dem Ständer lösen, kurz auf den Terrassentisch wuchten, morgen ist er weg. Routine. Was soll schon schiefgehen? Alles.


    Ich schwinge den Baum hoch. Der Baum schwingt zurück.
    Ich schreie „NEIN!“. Der Baum ignoriert mich.

    In einem verzweifelten inneren Monolog rechne ich in Millisekunden meine Überlebenschancen durch: Auf den Hintern fallen! Baum wegstoßen! Kontrolle behalten!
    Falsch gedacht. 😃

    Die Physik, diese gnadenlose Sau, entscheidet anders. Mein Oberkörper nach vorne, Beine nach hinten, Weihnachtsbaum über den Nacken auf den Rücken. Abgang wie bei „Schlag den Raab“, nur ohne Publikum und mit mehr Schnee.

    Ergebnis: Ich liege flach wie eine Flunder neben dem Terrassentisch. Patschnass. Lachend. Besiegt.
    Nachbar Kai kommentiert trocken: „War aber knapp.“

    Fazit:
    Der Baum wird morgen abgeholt.
    Meine Würde liegt noch irgendwo im Schnee.

    Weihnachtsbäume haben einen eigenen Willen. 

  • Schnellschach ist systemrelevant!

    Schnellschach muss stattfinden.
    Immer. Überall. Egal wie.
    Denn wir sind schließlich abhängig von den erleuchteten Entscheidern des NSV. Selbst denken? In Bremen? Um Himmels willen.

    Weser-Tunnel gesperrt?
    ÖPNV im kollektiven Feierabendmodus?
    Eis, Schnee, Chaos?

    Völlig egal. Schach wird gespielt.
    Notfalls kriecht ihr halt. Oder robbt. Oder lasst euch per Hubschrauber abseilen. Wer es nicht schafft, hat halt „Pech gehabt“. Eigenverantwortung heißt schließlich: Du bist schuld, wenn du stirbst.

    Auto vor den Baum gesetzt?
    Tja. Blöd gelaufen.
    Auf dem Weg ausgerutscht und auf die Fresse gepackt?
    Dann steh gefälligst auf und spiel Runde eins. Jammern ist unsportlich.

    Dass Menschen vielleicht andere Prioritäten haben könnten – Sicherheit, Gesundheit, Vernunft – ist natürlich völlig abwegig. Dafür gibt es schließlich Funktionäre, die von warmen Stühlen aus heldenhaft entscheiden, dass alles zumutbar ist. Für die anderen.

    Lieber Gott, gib den Menschen ein Gehirn.
    Oder wenigstens den Mut, es zu benutzen.
    Und wenn das schon zu viel verlangt ist: eine eigene Meinung wäre auch ganz nett.

    Ich mache da nicht mit.
    Ich applaudieren nicht.
    Ich nicke nicht brav.

    Ich sage es mit den Böhsen Onkelz – und meine es genauso:

    OHNE. MICH.

  • Ich schweige nicht mehr!

    Eigentlich wollte ich mich auf meiner Homepage nicht zu politischen Themen äußern. Nicht, weil mir Politik egal ist, sondern weil ich mir ungern anmaße, alles besser zu wissen. Außerdem wollte ich keine schlafenden Hunde wecken.

    Damit ist es vorbei.

    Der Angriff der USA auf Venezuela und die Gefangennahme von Nicolás Maduro sind kein „politisch komplexer Vorgang“, kein „schwieriger Fall“, kein diplomatisches Schachspiel. Es ist ein brutaler, eiskalter Akt der Macht – und eine glasklare Verletzung des internationalen Völkerrechts.

    Punkt.

    Ganz zufällig besitzt Venezuela die größten Erdölreserven der Welt. Ganz zufällig erklären US-Präsident und Ölkonzerne unmittelbar nach dem Angriff, man müsse nun Milliarden investieren, um die „schwer beschädigte“ Infrastruktur wieder aufzubauen.
    Wie dumm hält man den Rest der Welt eigentlich? Für komplett verblödet? Für politisch sedierte Konsumenten von Pressemitteilungen?

    Das ist kein Wiederaufbau. Das ist Raub mit Ansage. Bombardieren, destabilisieren, kassieren. Ein Geschäftsmodell, das älter ist als jede moralische Rechtfertigung – und genauso verrottet.

    Und was macht unser Kanzler?
    Er „braucht Zeit“. Die rechtliche Einordnung sei „komplex“.
    Nein, ist sie nicht. Sie ist nur unbequem.

    Während Bomben fallen, Menschen sterben und Staaten überfallen werden, versteckt man sich hinter Worthülsen, juristischen Nebelkerzen und politischer Feigheit. Das ist kein Abwägen, das ist Wegducken.

    Mir macht das Angst. Große Angst.
    Die USA, Russland und Israel bombardieren, wann immer es ihren Interessen dient. Völkerrecht gilt offenbar nur noch für die Schwachen. Und der Rest der Welt schaut zu, nickt betreten – oder schweigt.

    Ich will dieses Schweigen nicht mehr mittragen.
    Nicht aus Naivität.
    Sondern aus Verachtung für eine Weltordnung, die Moral predigt und Macht exekutiert.

  • DVM – U10

    Bewundernswerte Kinder

    Bei der Deutschen Vereinsmeisterschaft U10 in Stuttgart zeigte unsere Werder-Mannschaft, wie viel Mut, Leidenschaft und echter Teamgeist in Kinder stecken können. Besonders berührend war, wie Routiniers und Neulinge Seite an Seite an diesem großen Ereignis über sich hinauswuchsen.​

    Turnier in Stuttgart

    Vom 27. bis 30. Dezember 2025 trafen sich in der Jugendherberge Stuttgart International die besten deutschen U10-Vereinsmannschaften zur DVM. Gespielt wurden sieben Runden im Schweizer System, jeweils mit langer Bedenkzeit und Notationspflicht – eine enorme Konzentrationsleistung für so junge Kinder.​

    Unsere Werder-Kinder

    Für Werder gingen Moritz und Lene Romberg, Theodor Henken und Xenia Erika-Joyce Marschlich an den Start und vertraten die grün-weißen Farben mit großer Hingabe. Moritz und Lene brachten bereits reichlich Turniererfahrung mit, während Theodor und Xenia sich zum ersten Mal auf dieser großen Bühne beweisen mussten.​

    Mut der Neulinge

    Es verdient tiefen Respekt, wenn Kinder wie Theodor und Xenia sich einer Deutschen Meisterschaft stellen, wohl wissend, dass viele Gegner bereits deutlich mehr Partien und Wertungszahl auf dem Konto haben. Umso beeindruckender ist es, wenn sie in dieser Umgebung nicht nur mithalten, sondern eigene Erfolgserlebnisse sammeln und wertvolle Erfahrungen für ihre noch junge Schachkarriere mitnehmen.​

    Stärke der Routiniers

    Genauso bewundernswert ist das Verhalten der erfahreneren Mitspieler: Lene und Moritz trugen nicht nur mit ihren Partien zum Mannschaftserfolg bei, sondern gaben ihren weniger routinierten Teamkollegen Halt, Zuversicht und praktische Tipps vor und nach den Runden. Dieses Miteinander auf Augenhöhe, trotz Leistungsunterschieden, zeigt, wie sehr in dieser Mannschaft das „Wir“ vor dem „Ich“ steht.​

    Gelebter Teamgeist

    „Wir gewinnen zusammen und verlieren zusammen“

    Genau dieser Satz beschreibt, was Werder bei dieser DVM ausgemacht hat. Aus einzelnen Parteien wurde ein gemeinsames Abenteuer, aus nervösen Momenten wurden Geschichten, an die sich alle noch lange erinnern werden – und aus vier Kindern wurde ein echtes Team .​

    …und genau diese Mischung aus Mut und Miteinander hat die vier Tage in Stuttgart geprägt. Schon vor der ersten Runde war klar: Rein nach DWZ würden andere Teams als Favoriten ins Rennen gehen, doch unsere Kinder reisten nicht nur mit Zahlen, sondern vor allem mit Herz an. Jede Party war ein kleines Abenteuer, jeder Zug ein Schritt ins Unbekannte – besonders für Theodor und Xenia, die sich zum ersten Mal auf einer Deutschen Meisterschaft an die Bretter setzt.

    Moritz und Lene gingen nach vorne, trugen die Verantwortung an den Spitzenbrettern und zeigten, wie viel Erfahrung und Kampfgeist in so jungen Jahren bereits heranreifen können. In vielen Momenten waren sie es, die mit einem Lächeln, einer kleinen Analyse oder einem aufmunternden Satz die Anspannung aus der Mannschaft nahm. Theodor und Xenia hören zu, stellt Fragen, lernten – und wachsen von Runde zu Runde über sich hinaus. Manchmal war der Blick auf das Ergebnisfeld hart, wenn eine gut gespielte Party am Ende doch verloren ging, aber genau dann zeigte sich der Charakter dieser Kinder: Tränen wurden getrocknet, Fehler gemeinsam angeschaut, und schon kurz darauf saßen alle wieder zusammen am Brett, um Stellungen nachzuspielen und neue Ideen zu entdecken.

    Am Ende standen 11,5 Brettpunkte und 4 Mannschaftspunkte auf dem Papier – Zahlen, die knapp auf den ersten Blick vielleicht unscheinbar wirken, aber die Geschichte dahinter erzählen von Kämpfen, zähen Verteidigungen, unerwarteten Remisen und mutigen Gewinnversuchen. Jede halbe und jede ganze Punkteteilung war hart erarbeitet und ein kleiner Triumph gegen Nervosität, Müdigkeit und starke Gegnerschaft.

    Mario Barth: „Verlieren ist ganz wichtig! Okay!? Das müssen wir wieder lernen! Das ist nicht schlimm, okay! AUFSTEHEN!!! WEITERMACHEN!!!“

    Quelle: https://www.facebook.com/watch/?v=1915039562699899

    Der 36. Platz in der Abschlusstabelle mag statistisch sein, doch für unsere vier Kinder ist er verbunden mit sieben intensiven Runden, langen Tagen im Turniersaal, gemeinsamen Pausen und dem guten Gefühl, sich dieser Herausforderung wirklich gestellt zu haben. Dabei geriet nie in Vergessenheit, dass dies eine Mannschaftsmeisterschaft ist. Wenn jemand vorne gewann, strahlten sie hinten alle mit; Wenn einmal ein Brett leer ausging, wurde nicht gesucht, wer „schuld“ war, sondern gemeinsam nach vorne geschaut. „Wir gewinnen zusammen und verlieren zusammen!“ – dieser Satz war keine Floskel, sondern wurde in Stuttgart gelebt. Vielleicht ist genau das schönste Ergebnis dieser DVM: Vier Kinder, die nicht nur Punkte gesammelt, sondern Vertrauen, Freundschaft und echte Teamstärke gewonnen haben.